Die jüdische
Denkweise bei der
Messiaserwartung
Das Warten auf einen Auserwählten Gottes, den
sogenannten Messias, erhält in Israel wieder
neues Gewicht
Dem jüdischen Volk ist ein sogenannter Messias, ein "Auserwählter
Gottes", versprochen. Der Messias aber heißt Christus (vgl. Johannes 4, 25).
Das griechische Wort "Christos" aus dem ursprünglichen
hebräischen Wort
"Ha-Maschiach" wurde im Lateinischen zu "Christus" geformt (da sehr
ähnlich dem Wort "chraestos", das mild, sanft, angenehm,
ehrbar,
lieblich, freundlich und gütig bedeutet und mit dem man Jesus
Christus sehr gut charakterisieren konnte) und kann aus dem
Griechischen mit
"der
Gesalbte" übersetzt werden. Das Gleiche drückt aber auch das
Wort
Messias
aus. Die Bezeichnung Messias ist also ein besonderer Ehrentitel
für den "Auserwählten Gottes".
Darum ist der jüdische Messias gleichzeitig der ins Fleisch
gekommene Retter des lebendigen Gottes.
Und weil er der ins Fleisch gekommene Retter des lebendigen Gottes ist,
wurde er zur Zeit Jesu er auch der Menschensohn
genannt.
Als der von Gott "Gesalbte"
ist der Messias damit der kommender König Israels. Er ist der in
der Bibel
angekündigte und lange erwartete König der
zukünftigen
Heilszeit.
Denn der im Judentum erwartete und von Gott gesandte Retter ist der
Messias, wobei der Ausdruck "Messias" aus dem Griechischen
übersetzt
ebensoviel wie "der Gesalbte (Gottes)" bedeutet (vgl. Johannes 1, 41).
Wegen seiner prophezeiten direkten Verwandschaft zum einstigen und
legendären jüdischen König David war zur Zeit Jesu als
gebräuchliche hebräische Bezeichnungen für den Messias
auch die Redewendung "Sohn Davids"
üblich (vgl. Matthäus 21, 15).
Die Kombination des Vornamens "Jesus" mit seinem Titel "Christus"
ergibt übrigens in Kurzform das christliche Glaubensbekenntnis „Dieser
Jesus (durch den Gott rettet) ist der Messias (der
Gesalbte, der Sohn Gottes)“, das auch von den
messianischen
Juden und Christen aus Jerusalem, die die hebräische
Umgangssprache
verwenden, mit "Jeschua HaMaschiach"
ausgesprochen wird.
Die Mehrzahl der Juden haben in Jesus Christus, hebräisch Jeschua HaMaschiach, nicht den versprochenen
Retter
und in seiner Kreuzigung nicht das große Gnadengeschenk Gottes
erkannt. Mit der Hinrichtung Jesu Christi am Fluchholz in Golgatha
entschwand dem Volk Israel der Hoffnungsgedanke, daß Jesus
Christus ein "Auserwählter Gottes" also der
Messias gewesen sein könnte.
Jesus Christus als der Sohn Gottes,
für viele Juden nachwievor undenkbar!
Auch wenn zur Zeit Jesu die Juden den kommenden Messias mitunter als
Sohn Gottes bezeichneten, muß das nicht gleichbedeutentend sein
mit der Anerkennung der Sohnschaft eines Fleisch gewordenen Gottes. Der
erwartete Messias als Sohn Gottes, dies wurde vor ca. 2000 Jahren nur
im übertragenen Sinne verwendet. Gemeint ist hier "im Auftrag
Gottes handelnd, Gott sehr nahe sein".
Ein von Gott gezeugter, dem Wesen
nach vom himmlischen Herrscher abstammender, Fleisch gewordener Sohn
Gottes, das war für die meisten damaligen Juden undenkbar und
provozierte die Hohenpriester bis auf´s Höchste. Auch heute
noch
glauben sehr viele Juden, daß ein Sohn Gottes, falls es ihn
wirklich geben könnte, niehmals dann auch noch ein sterblicher
Mensch mit all seinen begrenzten Möglichkeiten werden würde.
Die Mehrheit des jüdischen Volkes konnte darum den
stellvertretenden Opfertod
Jesu Christi bislang nicht annehmen, da nach ihrem
Verständnis ein Messias niehmals so kläglich enden durfte.
Und
wie sollte ein ins Fleisch gekommener Gott, der doch ohne Sünde
ist, stellvertretend für die Sünden der Menschen sterben?
Derjenige, der doch heilig ist und ewig lebt, soll sterben?
Sein auserwähltes Volk hat Gottes Heilsplan
mit den
Menschen in seiner ganzen Größe
und damit die Tiefe der Liebe Gottes zu den Menschen bis heute nicht
erfaßt, da ihnen das Licht Gottes, der heilige Geist, diese
große
Gnade Gottes bisher nicht offenbarte.
Mußte doch das wahre Opferlamm Gottes ohne Sünde sein! Denn
nur ein Opferlamm ohne eigene Last, ohne eigene Sünde, ist im
wirklich Stande, die Sünde anderer auf sich zu nehmen und zu
tragen (vgl. das in Jesaja
53, 1-12 zum Messias Prophezeite).
Daß Sünde eine
Trennung von Gott zur Folge hat, mußten die Israeliten im Laufe
der Geschichte ihres Volkes mehrmals am eigenen Leib spüren.
Und eine Trennung von Gott durch Sünde bedeutete damals für
den Staat Israel, daß dann der Schutz von ihren Feinde nicht mehr
vorhanden war. Israel geriet in der Folge einer Versündigung, ohne
anschließend Buße zu tun, in der Regel eine Zeit lang, d.h.
eine begrenzte Zeit, unter Fremdherrschaft.
Weil sie sich mit der Kreuzigung Ihres zu ihnen gesandten Messias Jesus
Christus selbst, also aus eigenem Entschluß heraus von demjenigen
getrennt hatten, der zu ihnen kam und ihr Gott ist, trennte sich auch
ihr Gott nach ca. 40 Jahren Bedenkfrist und des Angebots der
Möglichkeit zur Umkehr schließlich im Jahre 70 n. Chr.
selbst eine längere Zeit von ihnen. Der Schutz den die Juden vor
den sie angreifenenden römischen Soldaten zuletzt im Jerusalemer
Tempel, also im Hause Gottes, bei ihrem Herrn suchten, wurde ihnen
versagt. Ihr Gott hatte sich jetzt aus dem irdischen Heiligtum Israels
gänzlich in sein himmlisches Reich zurückgezogen, dorthin, wo
sich auch sein auserwählter Menschensohn, der von Gott zu ihnen
gesandte Messias, nach seiner Auferstehung hinbegeben hatte.
Von Ihm, dem Christus und König Israels, wird gesagt, daß er
erst dann wieder zurück in sein Land kommen würde, wenn sein
Volk zu ihm umkehren würde und danach wiederum erst genau dann,
wenn die Juden darauf großen Wert legen würden, zu
prüfen, ob jemand wirklich von Gott gesandt ist, oder ob er das
nur vorgibt:
"Denn ich sage euch: Ihr werdet mich
von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: Gelobt sei, der da kommt im
Namen des Herrn!" (Matthäus 23, 39)
Heute erleben wir, daß Gott sich Israel gerade wieder zuzuwenden
beginnt. Israel wurde im Jahr 1948 wieder als Land auf der politischen
Landkarte der Erde sichtbar und beginnt zunehmend wieder zu grünen
und zu blühen.
Daß Jesus Christus am Kreuz als das Gott wohlgefällige
Opferlamm Gottes für die Sünden aller Menschen starb, ist
aber bis
heute für die Mehrzahl der Juden immer noch nicht relevant, da sie
sich
selbst als das von Gott auserwählte Volk ansahen. Daß aber
ihr Gott gerade ihnen, eben weil er dieses Volk besonders liebt, die
einzige Möglichkeit zum Leben zuerst anbot und Israel damit
vorrangig behandelte (Jesus sagte in Matthäus 15, 22-28 einer
kanaanäischen Frau, daß er nur zu den verlorenen Schafen des
Hauses Israels gesandt sei), sehen sie nicht.
Ein Messias, der
Erlösung
von den Sünden bringen sollte und dies später, nachdem er von
seinem
Volk zurückgewiesen worden war, sogar gleichermaßen für
die
Heidenvölker, das lag bislang außerhalb des
Verständnisses der Juden, obwohl das Erstere bei Jesaja 53, 1-12
geschrieben
steht und das Zweitere den Israeliten beispielsweise in 1. Mose 12, 3;
1. Mose 22, 18 und 1. Mose 28, 14 und bei Jesaja 49, 5-7 und Jesaja 66, 19-22
angekündigt worden war.
Wohl bis heute können die Juden
nicht erfassen, daß sogar ein mitgekreuzigter Schwerverbrecher
von Jesus noch
Zuspruch
zum ewigen Leben erhalten konnte. Aber genau das versprach der bereits
im
Todeskampf stehende Christus einem der beiden mit ihm zusammen
hingerichteten Gewalttätern noch von seinem eigenen Kreuz herab.
Er tat dies bedingungslos, also ohne wenn und aber, dann
als er hörte, wie dieser den anderen Übeltäter über
sein hönisches
Verhalten gegenüber Jesus tadelte und ihn, den Gekreuzigten
Heiland, anschließend reuhevoll um
ewiges Leben bat.
Er, der die Liebe predigte und gebot, hatte noch in
diesem Moment seiner furchtbaren Schmerzensqual und seines Todeskampfes
ein offenes Herz
für den umgekehrten Sünder.
Und dies genügte für dessen ewiges Leben in Gottes Nähe.
Der andere, mitgekreuzigte Schwerverbrecher wollte auch jetzt sein
Leben nicht ändern. Was für eine große Gelegenheit
hatte sich diesem Sünder geboten. Er packte die einmalige Chance
nicht am Schopf, verwarf den Sohn Gottes und muß so die Ewigkeit
in Gottes Ferne zubringen. Wie furchtbar!
Die jüdische Messiaserwartung
Weil in der Vergangenheit dem Messias im jüdischen Umfeld
eine andere Bedeutung zugedacht wurde, lag dort der Schwerpunkt der
Erwartung nicht auf der Erlösung der einzelnen Seele von den
Sünden, sondern
darauf, daß der Messias, sobald er erscheint, eine Herrschaft
über die Völker
der Erde antreten wird. Er wird so auf der Erde endlich für
Gerechtigkeit sorgen und den lang ersehnten Frieden zwischen den
Völkern stiften.
Aus diesem Grund tun sich die Juden schwer daran, die Erlösung
ihrer Seele persönlich anzunehmen, solange ihr Volk in
Knechtschaft lebt und der Frieden nicht in ihrem Land kommen will.
Diese Assoziation hat verhängnisvollen Charakter.
Dieses bereits sehr alte Messiasbild hat sich in
der jüdischen
Denkweise bis heute erhalten. Jesus Christus wird für das heilige
Volk erst dann zum persönlichen Heiland und Retter werden, wenn
über ganz Israel der Geist der Gnade und des Gebetes ausgegossen
worden ist (vgl. bei Sacharja
12, 10 und das bei Gottes
Volk Geschriebene).
Dies bedeutet aber eine
Revolution im bisherigen Denken. Wir wollen dem heiligen Geist dazu
kein Hindernis in den Weg stellen, wenn er an unseren Herzen arbeitet.
Darstellung der jüngsten Entwicklung im heiligen Land
Heute sieht die Siuation in Israel noch anders aus:
Wir erinnern uns:
Bereits im Jahre 1648 wurden gegen die Juden Progrome verhängt.
Damals mußten die Ostjuden nach den furchtbaren Progromen des
Kosaken- und Tatarenaufstandes unter Chmielnicki 1648 Polen verlassen.
In Deutschland sind die Pogrom-Tage vom 7. November bis 10.
November 1938 unter anderem mit der "Reichskristallnacht"
unrühmlich in die Geschichte eingegangen.
Mit dem Holocaust im Hitler-Deutschland, der damit verbundenen
Judenverfolgung und den ca. sechs Millionen Holocaust-Toten wurde
der Glaube der Juden an ihren Gott und einen Messias langfristig
gestört.
Diese Vergangenheit lastet schwer auf den Schultern des jüdischen
Volkes und hat bei den meisten Menschen dieses Volkes die Herzen in
Richtung Versöhnung
mit Deutschland verschlossen. Außerdem ruft der Gedanke an diese
Vergangenheit heute noch ein Trauma bei allen Juden hervor:
So wie auch der Verfasser dieser Homepage eine geraume Zeit lang einen undurchsichtigen und
undurchdringlichen Zaun zwischen sich und dem
lebendigen Gott Israels verspürte, ihn und sein eingreifendes
Handeln in seinem persönlichen Leben nicht mehr sehen konnte aber
dennoch an seiner Beziehung
zu ihm festhielt, ihn also nicht gänzlich verwarf, spürt auch
das Volk Israel heute noch, über 50 Jahre nach dem Holocaust, ein
Stück weit diese Gottverlassenheit, die sich im Sprechen "Der
Himmel war geschlossen. Es gab keine Antwort vom Himmel." wie eine
Ohnmacht äußert, die über dieses Volk gekommen war und
bis heute immer wie ein Leichentuch auf ihm liegt und noch immer nicht
weichen will.
Eines aber wird auch hier bereits in der Formulierung ihres Schmerzes
deutlich sichtbar, nämlich
daß trotz allem Zionismus dieses Volk ihren Gott dennoch nicht
gänzlich vergessen oder sich vom ihm abgewand hat.
Es verspürt ebenso, wie der Verfasser dieser Homepage es in dieser
Hinsicht jahrelang erleben mußte, einen
undurchsichtigen und undurchdringlichen Zaun zwischen sich und ihrem
lebendigen Gott, sowie zusätzlich bezgl. des Kommens des diesem
Volk versprochenen Messias ein Unverständnis gegenüber den
betreffenden Verheißungen der Propheten.
Und dieses, sein auserwähltes Volk wartet, auch wenn es
mehrheitlich den vom himmlischen Vater gesandten Sohn Gottes in der
Vergangenheit verworfen hatte, immer
noch und heute mehr denn je auf das Kommen des
versprochenen Messias. Denn die Mehrheit diese Volkes hat die
große Liebe und Barmherzigkeit Gottes, die in
Jesus Christus Gestalt annahm, nicht erkannt und ihre Herzen haben
sich, so wie es auch beim Schreiber dieses Textes eine geraume Zeit
lang der Fall war, verhärtet.
Der Schreiber dieser Internetseite tat es in der Vergangenheit, und das
Volk
Israel tut es noch in der Gegenwart: Der Verfasser dieser
Homepage stimmte und das Volk Gottes stimmt in das Klagen Hiobs ein.
Es zeigt sich in den kleinen Bittbriefen der Juden, die den Schmerz
über den
zerstörten zweiten Tempel ausdrücken und die täglich
zwischen die
Steine der Klagemauer in Jerusalem geschoben werden.
Denn dies ist der von den Römern bei dessen Zerstörung im
Jahre 70 n. Chr. zum Zwecke der Machtdemonstration des Römischen
Reiches und zwar als Zeichen des
Sieges über die Juden stehengelassene Überrest einer Wand des
ehemaligen 2.
Tempels von Jerusalem, der heute noch sichtbare Teil der Westmauer des
Tempels.
Und Heute geht das Bestreben mehr den je in die eine Richtung, den
Tempel, bzw. was davon übrig geblieben ist, wieder aufzubauen.
Verschiedene Tempelbewegungen, und zwar ganz besonders die
starke Bewegung der "Getreuen des Tempelberges", außerdem ein
eigens zum Wiederaufnehmen des priesterlichen Tempelbetriebes im
Ostteil von Jerusalem gegründetes Tempelinstitut, das die im
Tempel benötigten Geräte und Priestergewänder nach
genauen Vorschriften nachbaut, und zusätzlich ein
nachbaufähiges Modell des 3. Tempels einer Talmud-Schule in
Ostjerusalem sind anschauliche Zeugen der Sehnsucht der Juden nach
einer neuen Begegnungsstätte mit ihrem für sie unsichtbar
gewordenen Gott.
In der
"Ateret Cohanim", einer Talmudschule und Synagoge, werden heute
bereits Priester, die Nachkommen sind von Aaron, dem Bruder von Mose,
zu
Priestern des zukünftigen 3. Tempels ausgebildet.
Ja sogar die für den Beginn des Opferdienstes des 3. Tempels nach
4. Mose 19 notwendige rote junge Kuh konnte vom
Tempelinstitut bereits aus dem Ausland von der Ranch eines Christen aus
Mississippi in den
USA wiederbeschafft werden. (vgl. die Puplikation: "Jerusalem -
Hindernis oder
Chance für den Weltfrieden - Teil 2/2" von Roger Liebi)
Mit dem Opfer der roten jungen Kuh wird
ein Reinigungswasser hergestellt, mit dem Priester zuerst gereinigt
werden müssen. Es wird aus der Asche dieser Kuh mit Wasser
vermischt hergestellt. Ohne dieses speziellen Reinigungswassers
könnte wegen der sonst verbliebenen Unreinheit der Pieseter gar
nicht erst mit dem Opferdienst des 3. Tempels begonnen werden.
Diese lange Zeit ohne Opferdienst
sollte der bereits in Gang gekommenen, in diese Richtung wegweisenden
Entwicklung zufolge nun ein baldiges Ende nehmen.
Aber die Wiederaufnahme dieses Dienstes im wiederaufgebauten 3. Tempel
in Jerusalem ist auch die Zeit des
Machtantrittes des Antichristen, der sich den Messias nachahmend eben
in diesen Tempel setzen und vorgeben wird, daß er Gott sei
(vgl. 2.
Thessalonicher 2, 3-4). Er wird es dann auch sein, der das dann
wieder aufgenommene tägliche Opfern im 3. Tempel abschaffen
(vgl. Daniel
9, 27) und die Gesetze des Mose abändern wird (vgl. Daniel 7, 25). Die
Juden, die Jesus Christus als den zu ihnen gesandten Missias heute
ablehnen und dies dann immer noch tun werden, stehen nun in der akuten
Gefahr, so wie es Jesus selbst vorhergesagt hat, statt dessen einen
falschen Messias anzuerkennen (vgl. Johannes
5, 43).
Es gibt bezügl. der Bestrebungen für den Bau des 3. Tempels
von Seiten des Islam bis hin zu massiven Schießereien
großen Widerstand:
Denn, auf dem ehemaligen Tempelplatz in Ostjerusalem steht noch
immer die sogenannte Omar Moschee, die den sie besuchenden Touristen
auch unter dem Namen "Felsendom" bekannt gemacht wird. Der Platz
gehört zwar nach dem
Papier dem Land Israel, aber die Präsenz des Islam
ist unbeugsam.
Die meisten Archäologen in
Israel sind sich in diesem Punkt einig: Der Standort der Omar Moschee,
das ist der exakte Platz, an dem der 2. der Tempel, der Tempel zu Jesu
Zeiten stand.
Die Omar Moschee ist über einem Felsen gebaut, und man vermutet,
daß dieser Fels der Ort des Altars vielleicht sogar der Ort des
Allerheiligsten des Tempels war.
Der Tempelberg ist also ein heftig umkämpfter Ort, an dem immer
wieder zwei völlig gegensätzliche Religionen
aufeinanderprallen.
Man denke beispielsweise an den Herbst, im Oktober 1990, als 3000
Moslems Steine und
Kartoffeln bespickt mit Rasierklingen und Metallgegenstände oben
vom
Tempelplatz die Klagemauer hinunter warfen, und es waren unterhalb
über 20.000 betende Juden versammelt. Aber die Vorbereitungen zum
Bau des 3. Tempels gehen
trotzdem weiter.
Das jüdische Volk schließt sich trotzdem immer noch
mehrheitlich der
Klage Hiobs an, der zusammen mit seinen drei Freunden Elifas von Teman,
Bildad von Schuach und Zofar von Naama nach einem gemeinsamen
siebentägigen Schweigen als erster wieder Worte fand, sein
großes und unsagbares Leid verbal auszudrücken:
Mit Vers 23
will Hiob wohl ausgedrücken, daß sich Gott nun
auf seinen
Wegen permanent vor seinen
Augen, auch seinen geistigen, verbirgt, indem er zwischen sich und ihm
einen undurchsichtigen und undurchdringlichen Vorhang, der
einem Zaun oder einer Mauer gleicht, also ein undurchdringliches
Bollwerk ist, aufgerichtet hat.
Infolge dieser erlebten Gottverlassenheit herrscht in Israel
heute hauptsächlich eine zionistische und humanistische das
heißt aber auch
eine atheistische
Denkweise vor.
Der Glaube an die Führung Gottes und seinen für diese Volk
gemachten Verheißungen, ist total
verschüttet worden. An diese Stelle rückte eine
Freiheitsbewegung mit der Selbstverwirklichung eines sehr alten Traumes
des jüdischen Volkes.
Die zionistische Bewegung ist eine
während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstandene
jüdische National-Bewegung, die sich für einen eigenen
jüdischen Staat einsetzt. Zion heißt einer der Hügel
Jerusalems. Hiervon leitet sich
auch der Name für die Bewegung ab, die die Rückkehr aller
Juden in das Land Israel mit dem religiösen Mittelpunkt Zion
(Jerusalem) propagiert.
Leider berufen sich all diese Bewegungen auf die eigene Stärke und
nicht auf die Führungsrolle Gottes und sind damit nicht
messianischer Natur.
Aber die Israeliten erleben auch etwas Neues: Gott offenbart sich
wieder und das zunehmend einzelnen Menschen dieses Volkes in seinem
Sohn Jesus Christus.
Gott wendet sich zu Israel und nun auch zu den Nationen
Durch den Messias wendet sich Gott nicht ausschließlich an sein
Volk, sondern zusätzlich auch zu den Nationen.
Ein Messias, der
Erlösung
von den Sünden bringen sollte und dies später, nachdem er von
seinem
Volk zurückgewiesen worden war, sogar gleichermaßen für
die
Heidenvölker, das lag bislang außerhalb des
Verständnisses der Juden, obwohl das Erstere bei Jesaja 53, 1-12
geschrieben
steht und das Zweitere den Israeliten beispielsweise in 1. Mose 12, 3;
1. Mose 22, 18 und 1. Mose 28, 14 und bei Jesaja 49, 5-7 und Jesaja 66, 19-22
angekündigt worden war.
Darum prüften damals die ersten Christen, die ja
ausschließlich Juden waren, ob das nun wirklich stimmte,
daß Gott sich durch den Messias Jesus Christus auch den Nationen
zuwandte. Sie hatten bisher nur das Gesetz des Mose,
das eine Trennung zwischen Juden und den Nationen gebot.
Die Isrealiten waren schlecht hin das
heilige Volk Gottes. Ihnen allein hatte sich Gott in der Vergangenheit
zugewandt. Sie hatten bisher allein alle Gottesoffenbarung empfangen
und konnten es nicht recht glauben, daß jetzt über den
Messias auch den Nichtjuden des Heil Gottes galt und seine Zusage,
Mitbürger und Erben des Reiches Gottes zu werden.
Und das sollten
wir als Christen, die wir zu den Nationen gehören nie vergessen.
Das Evangelium haben uns die ersten Christen gebracht, die allesamt
Juden waren.
Jesus Christus bezeichnete charakteristisch die messianischen Juden als
"die Meinen", aber die Christen aus den Nationen als die "anderen
Schafe",
die nicht aus diesem Stall sind, in den sie Seinen wohnen. Er sprach:
Der Ölbaum, das Bild
für das messianische Israel, gilt durch
alle Zeiten hindurch. Wir, die wir aus den Nationen bzw.
Heidenvölkern stammen, werden in
diesen Baum lediglich eingepfropft, gehören nur auf diese Art und
Weise mit dazu, erhalten den Lebenssaft aus dem Ölbaum und
können uns nicht allein ernähren oder gar über Israel
hinwegstellen. Aber auch die ausgebrochenen
natürlichen Zweige nach Römer 11, 1-36
Verse 17-24 können in diesen
Baum wieder eingesetzt werden.
Dies geschieht heute bereits vor unseren Augen. Nach fast 2000 Jahren
gibt es sie wieder in Israel, die jüdischen Gläubigen in
Jesus Christus. Auch wenn die seit etwa Mitte der siebziger Jahre
begonnene Erweckung in Israel keinen spektakulären Charakter
aufweist, haben sie in Jesus Christus gemeinsam mit den Christen aus
den Nationen ihren Frieden gefunden und sich mit ihren
Glaubensbrüdern versöhnt. Sie sind auf diese Weise zum
ursprünglich zugedachtem Weg Gottes mit seinem auserwählten
Volk zurückgekehrt.
Und sie besitzen nach fast 2000 Jahren dadurch erstaunlicherweise
wieder beides: einen lebendigen Glauben an den gekreuzigten Messias und
ihre jüdische Idendität zum heiligen Volk.
Das ist momentan noch relativ selten in Israel, denn viele Israeliten,
verloren, als sie zum Glauben an Jesus Christus kamen, ihre
Idendität als Jude. Bei diesen, die wieder Beides besitzen, ist
das ursprüngliche Messiasbild wieder hergestellt, das ab ca. dem
2. Jahrhundert n. Chr. bis heute, also über so viele Jahrhunderte
hinweg verzerrt gewesen war. Und dies ist auch heute noch bei sehr
vielen Juden so.
Die jüdischen Christen haben für sich erkannt, daß die
Verheißungen über den Messias von Gott von Anfang an
ausschließlich dem Volk Israel gemacht wurden.
Die
Messiasverheißung ist also ursprünglich eine reine
jüdische
Verheißung. Die jüdischen Christen, die das erkannt haben
und sich so in Jesus Christus mit den Nationen versöhnen konnen,
finden zurück zur ursprünglich
universellen Gemeinde, deren Glieder Kinder des lebendigen Gottes, des
Gottes Abrahams, Isaaks
und Jakobs heißen und in die die Christen aus den Nationen bzw.
Heidenvölkern aufgenommen
werden.
Eine solche jüdische Gemeinde findet man beispielsweise in der
Altstadt von Jerusalem. Ihr Leiter ist der in Deutschland durch seine
Besuche bei vielen
bekannte Benjamin Berger, Pastor der messianischen Christ-Church. Ca. 40 % der rund 200
Gemeindeglieder der Christ-Church gehören den Nationen an. Sie
erleben dort versöhnt in Jesus Christus mit ihren israelischen
Glaubensbrüdern die von Gott so gewollte universelle Gemeinde als
Einheit und wahres Bild der Gemeinde Jesu Christi. Christen aus Israel
und aus den Nationen sind hier gemäß den weiter vorn bereits
gelesenen Worten aus Johannes 10, 16 in Jesus Christus "eine Herde"
geworden, die einen gemeinsamen Hirten besitzen.
Die Suche nach der Ursache der Spaltung der universellen
Gemeinde
Wir hoffen, daß sich die Christen aus den Nationen nicht noch
einmal über Ihre jüdischen Glaubensbrüder in Jesus
Christus hinwegstellen.
So war es aber in der Vergangenheit geschehen und das mit
weitreichenden Folgen:
Mit
dem Apostelkonzil oder auch Jerusalemer Konzil
genannt wird die Zusammenkunft der Apostel der frühen christlichen
Kirche
bezeichnet. Dieses erste Konzil datieren Historiker zwischen den
Jahren 47 und 49 n. Chr.
Als Teilnehmer dieses ersten Konzils werden Jakobus, Petrus
und Johannes von der jerusalemer Kirche sowie die
missionarisch reisenden Paulus und Barnabas genannt. Wir finden auch in
der Bibel Berichte darüber, was auf diesem Konzil gesprochen
wurde.
Es steht geschrieben in Römer 11 und daß die Gnade, in Jesus
Christus Vergebung der ganzen Schuld zu finden, für alle Zeiten
gilt, auch wenn bereits dem Herrn zugehörige Juden und Nichtjuden
später eigene Wege gegangen sind. (vgl. insbesondere das in Römer 11, 1-36
Geschriebene).
Nachdem die ersten Christen, allesamt messianische Juden auf dem Konzil in Jerusalem nach einer ausgiebigen
Prüfung, ob die Christen aus den Nationen auch Mitbürger im
Reich Gottes werden können, festgestellt hatten,
daß die Nationen nun auch das Heil Gottes ererben können,
wurden die Nichtjuden, die Jesus Christus als ihren Messias angenommen
hatten, in ihre Reihen aufgenommen.
Wir, die wir aus den Nationen kommen, wurden also in der Jerusalemer
Kirche
aufgenommen und nicht umgekehrt.
Dies vergaßen aber die
späteren Christen bald und nannten sich ganz überheblich
das neue bzw. das geistliche Jerusalem. Das geistliche Jerusalem gründete
sich demnach auf den Irrtum, Gott hätte sich von Israel für
immer abgewandt, weil sie den Messias verworfen und gekreuzigt hatten.
Diese Trennung von ihren jüdischen Brüdern in Christus wagten
die späteren Christen aus den Nationen, zu vollziehen und zwar
weil sie
irrtümlich glaubten, Gott hätte alle Juden wegen der
Kreuzigung des Messias verworfen und das, obwohl wir alle, die wir in
Christus leben, ein Leib und eine Kirche sind. Einer Beschuldung gleich
wurde längst vergebene Sünde wieder aufgewärmt, ohne
dabei an die eigene, bereits von Gott vergebene Schuld zu denken.
Wie
verhängnisvoll! Die Kirche der Nationen stellte sich damit auch
über die
messianischen Juden in Christus. Sie entfernte sich so immer mehr
und mehr vom Herzen des Vaters, das für alle seine Kinder
gleichsam in Liebe schlägt.
In Römer 11, 1-36
in den Versen 25-32 wird darauf hingewiesen, daß, weil alle
gleichsam ungehorsam geworden sind, Gott sich aller erbarmt und so auch
Israel, dessen Erwählung von Gott auch nicht zurückgenommen
wurde.
Die Spaltung vollzog sich auch nach Außen
Der bereits vollzogenen inneren folgte die äußere Spaltung
auf dem Fuße:
Die Geschichte zeigte bald, daß die Folge dieser
Überheblichkeit die bewußte Trennung der Feiertage der Juden
von denen der Christen war. Die späteren Christen lösten sich
mit der Einführung des Gregorianischen
Kalenders im Jahre 1582
durch den Gregor
XIII bewußt von den jüdischen Festen ab.
Ostern fiel ab jetzt nicht meht mit dem jüdischen Passafest und
Pfingsten mit dem jüdischen Pfingstfest zusammen. Die Trennung von
Juden und Christen war perfekt. Dieser
fatale Schritt, den damals unsere Kirchenväter gingen, war der
Grundstein allen Judenhasses bis in die Gegenwart hinein.
Die Zahl der Christen, die aus den Nationen dazu kamen, wuchs
ständig weiter. In
Israel hielt sich dagegen nur der messianische Kern aufrecht,
ähnlich wie bei der Entwicklung bei einem Baum, der veredelt
worden war.
Der Stamm aber wurde durch das Wachstum der Äste und
Zweige auch kräftiger, aber er bildete gegenüber den
ursprünglich aufgepropften Zweigen nur wenige arteigene Äste
aus. Bald bestand die Krone hauptsächlich nur noch aus der
aufgepropften neuen
Obstsorte, den Nationen. Die Baumkrone wurde größer und
größer.
Aber den Saft bekommen alle Äste aus den
Wurzeln und damit nach wie vor über den Stamm. Dessen müssen
wir uns heute
schmerzlich bewußt werden. Und da muß noch viel
Verständnis und Vergebung gegenüber Israel erfolgen.
Das sollten wir, die wir aus den Nationen zum Ölbaum
dazugenommen und eingepropft worden sind, nie vergessen:
Gott nannte sich Israel
gegenüber sogar Vater (vgl. Jeremia 31, 9-11).
Würde ein Vater seine Kinder jemals verwerfen können?
Erinnern wir uns an das Gleichnis Jesu vom verlorenen Sohn. Sind
sie nicht aus seinem Herzblut?
Und bedenken wir:
Wie
groß sind die Sünden auch unserer Kirchenväter!
Nicht nur die Shoa (auch
„Schoa“, „Shoah“ oder
„Schoah“genannt, d. h. zu deutsch: Zerstörung,
große Katastrophe) ist in
Israel ein Begriff, der den systematischen
nationalsozialistischen Völkermord an etwa zwei Drittel (insgesamt
ca. 6 Mio. Menschen) der jüdischen und jüdischstämmigen
Bevölkerung Europas beschreibt.
Denken wir
nur an die Kreuzzüge, an die Institution wie die Inquisition und
in diesem Zusammenhang an die Hexenverbrennung, aber auch allgemein an
den Antijudaismus.
Der Antijudaismus, als eine
spezielle Form des Antisemitismus,
der die allgemeine Judenfeindlichkeit beschreibt, kann als
eine spezifisch christliche
Judenfeindlichkeit aufgefaßt werden.
Aber Gott heilt alle Sünden und zum Glück kann sich keiner
von Ihnen freisprechen:
So sei auch auf das Dokument „Erinnern und Versöhnen"
verwiesen, das von der vatikanischen Theologenkommission herausgegeben
wurde. Es wurde zum besseren Verständnis der am 12. März
2000 im Petersdom ausgesprochenen sieben Vergebungsbitten
erarbeitet. Hier hatte Papst Johannes Paul II in einer historisch
einmaligen Geste um Vergebung für die Fehler von Christen in der
2000-jährigen Kirchengeschichte gebeten.
Der am 2. April
2005 verstorbene Papst Johannes Paul II ist ein bedeutender Wegbereiter
der Versöhnung zwischen der
katholischen Kirche und dem jüdischen Volk. Er setzte sich wie
kein
anderer für das Bekennen der Schuld der Kirche der Vergangenheit
und für eine echte Versöhnung in Jesus Christus ein.
Die katholische Kirche hat mit Papst Johannes Paul II erfreulicherweise
neue Wege beschritten, sich glaubhaft der Folgen des
Antijudaismus besonnen, die eigene Schuld offen bekannt und somit
begonnen, eine Erneuerung
in ihrem Verhältnis gegenüber dem Judentum einzuleiten.
Wir erinnern uns:
"Die Kirche Christi entdeckt
ihre ´Bindung´ zum Judentum, indem sie sich auf ihr eigenes
Geheimnis besinnt. "
So
ähnlich formulierte es Papst Johannes Paul II in der großen
Synagoge in Rom am 13. April 1986.
An die Juden gerichtet stellte
er fest:
"Ihr seid unsere bevorzugten und, so
könnte man gewissermaßen sagen, unsere älteren
Brüder."
Im Vatikan-Dokument "Wir erinnern: eine Reflektion über die Shoah"
von 1998 wird an die Kirchenmitglieder appelliert, "sich der hebräischen Wurzel
ihres Glaubens wieder bewußt zu werden".
Es wird dort außerdem darauf verwiesen, daß Maria und Josef
sowie die Apostel, die den Nationen
den christlichen Glauben brachten, Juden waren, daß der Messias
Jesus Christus
aus dem Geschlecht Davids stammte und daß "die Juden unsere geliebten Brüder
und im gewissen Sinne wirklich ´unsere älteren
Brüder´ sind." Das steht sinngemäß
für Johannes 4, 22.
Bei einer Pilgerreise vom 21. bis 26. März 2000 nach Israel,
Jordanien und die
Palästinensergebiete bittet der Papst Johannes Paul II um
Vergebung für Judenverfolgungen durch Christen. Weiterhin bat er
an der Westmauer Jerusalems allgemein um Vergebung für alle
Vergehen gegenüber Juden in der Geschichte der Menschheit. Sein
diesbezügliches schriftlich festgehaltenes Gebet hat der Pabst
zwischen die Steine der Mauer gesteckt.
Er betonte in diesem kurzen Gebet außerdem besonders, daß
der Name Gottes durch die Erwählung Abrahams und dessen
Nachkommen, die er Kinder Gottes und Volk seines Bundes nannte, zu den
Nationen gebracht worden war und daß auf Grund dessen die
Notwendigkeit einer Verpflichtung zur aufrichtigen Brüderschaft
mit dem Volk des Bundes entstanden ist.
Danach wurde das Schriftstück in die Holocaust-Gedenkstätte
Yad Vashem am Westrand Jerusalems gebracht, wo er auch zu den dort
versammelten Menschen sprach. Er verwies vor Überlebenden der
Schoah erneut
auf die enge Bindung der katholischen Kirche an das Judentum und
bedauerte die Ausbrüche des Antisemitismus der Christen
gegenüber Juden (gemeint ist der Antijudaismus).
In der Vatikan-Schrift "Das jüdische Volk und seine heilige
Schrift in der christlichen Bibel" aus dem Jahre 2001 wird u.a. auf
die enge Verbindung zwischen Juden und Christen hingewiesen. Es wird
hier unter Bezug auf den Römerbrief Kapitel 9 bis 11
hervorgehoben, daß Gott "bei
aller Untreue Israels" dem jüdischen Volk verbunden bleibt
und es weiterhin liebt. Darum sollten die Christen gegenüber den
Juden "eine Haltung des Respekts,
der Hochschätzung und der Liebe" einnehmen.
Wie wunderbar: Wer nicht im Unglauben bleibt und weiter
eigene Wege
beschreitet, kann wieder zum von Gott gedachten Ursprung der Gemeinde
Christi zurückkehren. Eigene Wege gehen, das bedeutet in der Regel
dabei anderen weh zu tun. In Jesus Christus können wir alle
Vergebung, Versöhnung und wieder Zugang zu Gott
zurückerlangen.
Dies wurde auch auf dem anfänglich erwähnten Apostelkonzil, oder auch Jerusalemer
Konzil, der zwischen den
Jahren 47 und 49 n. Chr.
stattgefunden haben soll, festgehalten:
Es werden nicht nur die ausgebrochenen
natürlichen Zweige (gemeint ist der Teil der Juden, der den
Messias Jesus Christus verworfen hatt) nach Römer 11, 1-36
Verse 17-24 wieder in den Ölbaum
eingesetzt, sondern es werden nach Römer 11, 1-36
Verse 23-24 auch die abgefallenen
wilden Zweige (gemeint sind die abgefallenen Christen aus den
Nationen, die sich beispielsweise gegenüber der Frage der
Erwählung des
jüdischen Volkes oder in einer anderen Form versündigt
hatten) wieder in den Ölbaum eingepfropft. Das geschieht nach
Römer 11, 23 allein durch Gnade. Voraussetzung ist, daß
diese
Menschen nicht in ihrem Unglauben in den Punkten der Messiasfrage und
der Frage der Erwählung der Juden stehen bleiben und ihre
Sünden in
Demut vor
das Keuz Jesu Christi bringen. Dazu gehört eben auch das Bekennen
vor den Menschen.
So geschah es beispielsweise bereits sichtbar durch Papst Johannes Paul
II .
Jetzt wird sich zeigen, welchen Segen der lebendige Gott auf die
katholische Kirche legen wird. Dieser bleibt sicher nicht aus.
Vergegenwärtigen wir uns dazu nochmals die auf dem Jerusalemer
Konzil gesprochenen Worte, die wir im Römerbrief, Kapitel 11
finden können:
Wer kann sich diesem unbegreiflichen Handeln Gottes in den Weg stellen?
Gott kommt durch seinen Sohn Jesus Christus mit seinem Plan in jedem
Fall an sein Ziel. Niemand wird ihn aufhalten. Die Liebe Gottes bahnt
sich ihren Weg, und wir werden vielleicht miterleben können, wie
sich die Worte Jesu, die eine gewaltige Verheißung darstellen,
vor
unseren Augen erfüllen. Erinnern wir uns an die bereits anfangs
zitierten Worte Jesu
aus Johannes 10, 14-16:
"... und es wird eine Herde und ein Hirte werden."
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